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Ratgeber

Gebrauchte IT sicher versenden

Ein gut verkauftes Gerät ist erst dann ein gutes Geschäft, wenn es heil ankommt. Welcher Paketdienst, welches Material und wie Sie packen, entscheidet über Schäden, Retouren und Bewertungen.
rbit-Ratgeber · Stand: Oktober 2026
Collage aus Lager und Produktion bei rbit

Das Wichtigste in Kürze

  • Verschicken Sie über einen Geschäftskundenvertrag, nicht über die Postfiliale.
  • Halten Sie Standardmaterial in festen Mengen vorrätig und bestellen Sie rechtzeitig nach.
  • Antistatisch verpacken, zerbrechliche Teile extra polstern, Kartons mit H-Klebung verschließen.
  • Bei Sendungen außerhalb der EU gehören die Zollpapiere außen ans Paket. Ab bestimmten Werten ist eine elektronische Ausfuhranmeldung nötig.

Den richtigen Versanddienstleister finden

Pakete einzeln in der Postfiliale aufzugeben, kostet Zeit und führt zu Fehlern: Die Arbeit vervielfacht sich, Adressen werden falsch abgetippt, und Käufer warten auf eine Sendungsnummer, die im Trubel verloren geht. Besser ist ein Geschäftskundenvertrag, über den Sie Etiketten direkt aus Ihrem System oder vom Marktplatz drucken.
Für den normalen Paketversand kommen in Deutschland vor allem DHL, DPD, GLS und Hermes infrage. UPS und Expressdienste sind meist teurer und lohnen sich eher für eilige oder schwere Sendungen.

Verhandeln

Für ein Angebot brauchen Sie Ihr erwartetes Versandvolumen. Kennen Sie es noch nicht, fragen Sie nach der kleinsten Rabattstufe. DHL war da bei uns entgegenkommend.

Multi-Carrier-Dienste

Anbieter wie Shipcloud bündeln die Mengen vieler Versender. Sie zahlen eine monatliche Grundgebühr, bekommen dafür günstigere Preise und sehen alle Sendungen an einem Ort.

Verpackungsmaterial: die Grundausstattung

  • Knüllpapier
  • Luftpolsterfolie
  • Antistatikbeutel für Mainboards, Prozessoren und Arbeitsspeicher
  • Klebeband, für schwere Pakete reißfest und mindestens 5 cm breit
  • Gepolsterte Versandtaschen für Kleinteile
  • Kartons in den Größen, die Sie am häufigsten brauchen
Karton ist wiederverwendbar und gut recycelbar. Bei der Auswahl gibt es zwei Wege: viele Größen für wenig Luft im Paket oder wenige Größen mit mehr Füllmaterial. Kartonagenhändler im Internet liefern auch kleine Mengen.

Meldebestand

Wir halten von jedem Kartontyp mindestens 40 Stück vorrätig. Wird das vorletzte Paket angebrochen, bestellen wir nach.

Lieferung auf Palette

Größere Mengen kommen meist auf einer Palette. Ob Paletten getauscht werden, regelt der Vertrag mit Ihrem Lieferanten. Ist ein Tausch vereinbart und Sie haben keine leere Europalette, wird die Palette meist berechnet.

Richtig verpacken: erst denken, dann polstern

  1. Antistatisch? Mainboards, Prozessoren, Arbeitsspeicher und lose Platinen kommen in Antistatikbeutel.
  2. Zerbrechlich? Ein Mainboard hat viele kleine Bauteile, die bei falscher Belastung abbrechen. Wickeln Sie es zusätzlich in Luftpolsterfolie. Eine originalverpackte Tonerkartusche braucht dagegen kaum Schutz.
  3. Bett bauen: Legen Sie eine Schicht Knüllpapier in den Karton, setzen Sie die Ware mittig ein und polstern Sie rundherum aus. Knüllpapier stützt erst, wenn es richtig geknüllt oder verdreht ist.
  4. Verschließen: Kleben Sie die Mittelnaht zu und zusätzlich beide Randnähte an den kurzen Seiten (H-Klebung). Den Boden verschließen Sie genauso.
Papierklebeband haftet in kalten Räumen schlechter. Lagern Sie die Rollen bei Raumtemperatur, nicht in der kalten Halle.
Am Polstermaterial zu sparen, lohnt sich nicht. Ein Transportschaden kostet mehr als ein paar Bogen Papier, und bei vielen Sendungen macht sich jeder Schaden bemerkbar.

Papiere, Export und Zoll

  • Inland: Rechnung und Lieferschein dürfen in den Karton.
  • Außerhalb der EU: Stecken Sie die Zollpapiere in eine selbstklebende Dokumententasche außen neben dem Versandetikett. Wie viele Rechnungen nötig sind, legt der Paketdienst fest, bei DHL Express etwa das Original und drei Kopien. Die Zolldaten übermitteln Sie zusätzlich elektronisch. Ein Ersatzetikett legen Sie in den Karton.
  • Ausfuhranmeldung: Liegt der Warenwert über 1.000 Euro oder das Gewicht über 1.000 kg, müssen Sie die Ausfuhr vor dem Versand elektronisch über ATLAS anmelden, zum Beispiel kostenlos mit der Internet-Ausfuhranmeldung Plus des Zolls. Braucht die Ware eine Genehmigung, gilt das unabhängig vom Wert. Der Ausgangsvermerk ist zugleich Ihr Nachweis für die steuerfreie Ausfuhr.
  • Sanktionen und Exportkontrolle: Für manche Länder gelten Embargos, für manche Technik Genehmigungspflichten. Prüfen Sie auch, ob der Empfänger auf einer Sanktionsliste steht. Genehmigungen erteilt das BAFA.
  • Gebrauchte Elektrogeräte: Verschicken Sie gebrauchte, vor allem defekte Geräte ins Ausland, können Behörden Nachweise verlangen, dass es kein Elektroschrott ist: Rechnung, Prüfprotokoll, Erklärung und schützende Verpackung.

Versand und Verpackung übernehmen wir

Sie entscheiden nach unserer Bewertung: Festpreis oder Kommission. Größere Mengen holen wir ab, kleinere schicken Sie uns als Paket. Verpackung und Versand an die Käufer übernehmen wir. Bei Kommission sehen Sie den Verkaufspreis je Gerät.

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