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Ratgeber

Was kann weg und wann?

Fast jedes Unternehmen hat ihn: den Raum, in dem ausgemusterte Technik auf bessere Zeiten wartet. Bevor Sie verkaufen oder entsorgen, brauchen Sie einen Überblick, was dort steht und was davon noch Wert hat.
rbit-Ratgeber · Stand: Oktober 2026
Gestapelte Desktop-Computer nach der Aufbereitung

Das Wichtigste in Kürze

  • Laptops und 4K-Monitore sind bis etwa drei Jahre gut gefragt, verlieren aber schnell an Wert.
  • Desktop-PCs und Server bleiben etwa fünf Jahre verkäuflich. Bei Servern bringen Prozessoren und Arbeitsspeicher einzeln oft mehr.
  • Normale Monitore, Drucker, Kabel und Zubehör haben kaum Restwert.
  • Fangen Sie mit den wertvollsten Geräten an, die sich gut verkaufen lassen.

Gerätegruppen im Überblick

Diese Einschätzung stammt aus unserem Alltag und trifft in den meisten Fällen zu. Die Altersangaben sind Richtwerte ab Kaufdatum. Ausstattung, Zustand und Marktlage verschieben sie im Einzelfall.

Laptops

Gut verkäuflich bis etwa 3 Jahre · Nachfrage relativ hoch
Gefragt, aber der Preis kann schnell und deutlich fallen. Wer verkaufen will, sollte nicht lange warten. Typisch: Business-Geräte wie das Dell Latitude 5540.

Desktop-PCs

Verkäuflich bis etwa 5 Jahre · Nachfrage mittel
Verkaufen sich solide, sind im Versand aber oft unhandlich. Typisch: HP EliteDesk 400 G6.

Server

Verkäuflich bis etwa 5 Jahre · Nachfrage mittel
Auf die Ausstattung kommt es an: Prozessoren und Arbeitsspeicher sind einzeln oft mehr wert als das ganze Gerät. Typisch: Dell PowerEdge R640.

Monitore (Standard)

Alter zweitrangig · Nachfrage gering
Käufer bemängeln oft Pixelfehler oder Flecken in der Hintergrundbeleuchtung. Der Restwert ist meist gering. Typisch: 27-Zoll-Monitor mit Full HD.

Monitore (4K und Curved)

Gut verkäuflich bis etwa 3 Jahre · Nachfrage hoch
Gefragt, aber ohne Originalverpackung schwer zu versenden. Prüfen Sie vorher die Maße für den Paketversand. Typisch: Samsung Odyssey G9.

VoIP-Telefone

Verkäuflich bis etwa 3 Jahre · Nachfrage mittel
Viele Telefone haben keine Funktion zum sicheren Löschen. Das macht die Datenbereinigung schwierig. Typisch: Yealink SIP-T46G.

Drucker

Bis etwa 5 Jahre · Nachfrage gering
Der Markt ist übersättigt, die Rücklaufquote hoch und der Versand schwierig. Entsprechend gering ist der Restwert.

Druckerzubehör

Alter zweitrangig · Nachfrage mittel
Original-Toner und Transfereinheiten sind relativ wertstabil, solange das Haltbarkeitsdatum nicht naht. Etwa sechs Monate vor Ablauf wird der Verkauf schwer.

Spezialgeräte

Alter unterschiedlich · Nachfrage gering
Telefonanlagen oder Router wie der Juniper MX204 sind oft relativ wertstabil. Gut geeignet sind Geräte ohne Ablaufdatum, bei denen man auf den passenden Käufer warten kann.

Zubehör und Kabel

Alter zweitrangig · Nachfrage sehr niedrig
Headsets, Dockingstations und Bildschirmkabel finden oft keine Abnehmer. Ausnahme: herstellerunabhängige Dockingstations mit USB-C oder Thunderbolt.

Zwei Fragen, bevor Sie loslegen

1. Sind auf dem Gerät Daten, die niemand sehen soll?

Gehen Sie lieber zu vorsichtig vor als zu nachsichtig. Sind die Daten in irgendeiner Form relevant? Könnten Interna oder Geschäftsgeheimnisse nach außen gelangen? Ließe sich mit den Daten Ihre IT-Sicherheit beeinträchtigen?
Laptops, Server und Drucker gehören fast immer in die Gruppe mit Daten. Monitore, Dockingstations und unbenutzte Ersatzteile meist nicht.

2. Womit fangen Sie an?

Der Markt schwankt. Beginnen Sie deshalb mit den hochwertigsten Geräten, die sich gut verkaufen lassen und wenig Aufwand machen. Die Brot-und-Butter-Artikel kommen dran, wenn mehr Zeit ist.
Halten Sie außerdem schriftlich fest, wie Sie einzelne Gerätetypen löschen und aufbereiten. Mit klaren Anleitungen können Kolleginnen und Kollegen diese Arbeit in ruhigeren Phasen übernehmen.

Warten lohnt sich selten, mit einer Ausnahme

Die meisten Geräte verlieren jeden Monat an Wert. Neue Generationen drücken die Preise der alten, und was heute gefragt ist, liegt in einem Jahr im Überangebot. Die Faustregel lautet deshalb: früh verkaufen.
Die Ausnahme sind Einzelstücke ohne Haltbarkeitsdatum. Ein Beispiel aus unserem Lager: eine Modulationsanlage für Docsis und Kabelfernsehen, zu der es kaum Informationen und keine Software gab. Sie stand fast eineinhalb Jahre für 2.700 Euro online, dann meldete sich eine polnische Hotelkette, die genau dieses Gerät suchte. Verkauft wurde sie für 1.600 Euro inklusive Expressversand.
Für solche Geräte lohnt es sich, Preisvorschläge zuzulassen. Hochspezialisierte Netzwerktechnik mit einem Anschaffungspreis im sechsstelligen Bereich gehört dagegen nicht auf eBay, sondern zu Händlern, die genau solche Käufer kennen.

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